Das Buch - Lädchen
 

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Das Buch-Lädchen

 Leseprobe Krimi 1

Fall1: Ein mörderisches Schauspiel in 3 Akten, Kommissar Jacke räumt auf 

Fall 2: Die Kreuzfahrt in den Tod,  Kommissar Jacke kommt in Fahrt

 

 ©Alle Rechte vorbehalten Sabine Heilmann 2017/19/20 und weiter

 

Die folgenden Geschichten sind frei erfunden. Zufällige Übereinstimmungen mit den Namen von realen Personen sind nicht beabsichtigt.

1. Fall

Inhalt des ersten Falles:
1. Tag Eins
2. Tag Zwei
3. Tag Drei

1. Tag Eins
Ouvertüre

Hauptkommissar Manfred Jacke lehnte am Fensterbrett und schaute mit verlorenem Blick in den trüben November Morgen hinaus. Deprimierendes Wetter. Er seufzte und dachte kurz, wie so oft in letzter Zeit, an die schon lange ausstehenden Sanierungsmaßnahmen in seinem Büro. Es zog wie Hechtsuppe durch die Fenster. Kein Wunder, dass er dauernd erkältet war. Nun verlagerte er sich leicht nach hinten, um wenigstens der kältesten Stelle ausweichen zu können. „Jacke wie Hose“, murmelte er in den Nebel hinaus und steckte die Hände zurück in die wärmenden Hosentaschen. Sofort beruhigte ihn das. Es war wie eine Beschwörung geworden, sich das immer mal wieder aufzusagen. Diese drei Worte besaßen die Macht, ihn in die richtige Ordnung zu bringen wie ein Mantra. Während einer Weiterbildung hatte er einen kurzen Abstecher in die so fremde Welt der Meditation gemacht. Ob die Formel das Ergebnis gewesen war? Es war ihm egal. Früher als junger Polizist hatte er wegen seines Namens einige Witzeleien aushalten müssen. Später drehte er einfach  den Spieß um und beschäftigte sich fortan mit den schrägen Namen anderer Leute.
Da fiel ihm plötzlich wieder ein, wann diese Formel entstanden war: nach der Trennung von seiner Frau vor zwei Jahren. Es war im November gewesen – natürlich! Jacke stieß hörbar den Atem aus, als ihn die Erinnerung überschwemmte. Kein Wunder, dass er schlechte Laune hatte! ...

Polizist zu werden war immer schon sein größter Wunsch gewesen. Entgegen seiner Mutter, die meinte:
„Polizist? Oh Gott nein, Junge!“, hatte sein Vater dies mit ihm schon früh spielerisch erkannt und war stets erstaunt über seine Fähigkeiten, komplizierteste Zusammenhänge sehr schnell begreifen zu können. Entsprechend hoch war heute seine Aufklärungsrate, sogar in scheinbar nicht zu lösenden Mordfällen. Für ihn existierte kein perfektes Verbrechen. Es gab nur versteckte Hinweise, die es akribisch aufzudecken galt. Sein Chef wusste das natürlich, weswegen damals in der schwierigen Phase nach Trennung und Scheidung niemand auf die Idee gekommen war, ihn vorschnell abzumahnen. Man stützte ihn und hoffte, er würde sich schnell wieder erholen. So war es dann auch geschehen und heute ging es Jacke trotz zugiger Fenster sowie störender Kleinigkeiten eigentlich sehr gut. Von Frauen hielt er sich im Privatleben allerdings fern, im Berufsleben brachte die gegebene Distanz keinerlei Probleme mit sich. Wenn er etwas ganz Privates besprechen wollte, was selten genug vorkam, besaß er seinen Stammtisch voller alter Freunde, die ihn schon vor seiner Frau kannten.
Das schrille Läuten des Telefons zerriss seine Gedanken. Jacke fing sich sofort und eilte zum Hörer – beflissen wie immer. „Jacke hier, bin bereit!“

Seine laute klare Stimme hallte bis zu den Kollegen im Nebenbüro. Eine Weile lauschte er, den Kopf immer tiefer senkend, wie um alles besser in sich aufnehmen zu können. Zwischen den Augenbrauen zeigte sich
eine steile Falte und er wurde blass. Noch einmal fragte er nach der Adresse des Opfers. Hatte er sich verhört oder war es seine ehemals eigene Hausnummer? Sein Atem stockte kurz, als sich bestätigte, dass er richtig gehört hatte. Das gleiche Haus, immerhin zehn Parteien, das musste ja nichts heißen. Jacke ärgerte sich über seine fast panische Reaktion und riss sich zusammen. Sofort war er wieder der Beamte, der klare und unzweideutige Anweisungen zu vergeben hatte – den viele Kollegen dadurch für den eigentlichen Chef der Abteilung hielten.       „Ja gut, sind unterwegs“, teilte er kurz mit und legte den Hörer bedächtig ab, die Stirn immer noch in tiefe Falten gelegt. Dann straffte er sich widerstrebend und versuchte, die aufkommenden Gefühle zu unterbinden ...


Inhalt des zweiten Falles: 1. Auf Dienstreise  2. Ein Vorbote  3. Auf dem Schiff  4. Eine Überraschung  5. Der Tatort  6. Das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden  7. Endlich eine Spur  8. Des Rätsels Lösung?  9. Der Kampf  10. Doch noch Urlaub

 

 1. Auf Dienstreise

Hauptkommissar Manfred Jacke war einerseits erheblich überrascht, andererseits jedoch irritiert. Gerade eben, am 9. Oktober um 8:05 Uhr war er zur Besprechung beim Chef des Morddezernates gewesen und hatte eine schnelle Einweisung in seinen neuen Fall erhalten. Dieser würde für ihn eine völlig neue Erfahrung bedeuten: ein Außeneinsatz der besonderen Art. Er fragte sich nur, warum er allein auf das Schiff sollte. Eigentlich arbeitete er immer im Team.
Nachdem man ihm vor drei Jahren einen jungen Kollegen zugeteilt hatte, konnte er sich mittlerweile kaum mehr vorstellen, ohne ihn zu ermitteln. Er hatte sich mit Jürgen Feldkamp angefreundet und trotz des Altersunterschiedes harmonierten sie hervorragend. Dieses wurde schon langsam überall in Polizeikreisen bekannt. Sie beide befanden sich auf dem besten Weg, legendär zu werden, denn sie wiesen tatsächlich inzwischen die weit und breit höchste Aufklärungsquote nach. Jacke hegte den Verdacht, dass ihn sein Chef vielleicht gerade deswegen zu separieren versuchte. Aber eigentlich ergab das Misstrauen nicht unbedingt einen Sinn – also egal! Es hatte ohne Zweifel auch einige Vorteile, wieder einmal allein zu ermitteln.
Privat tat er es seit mittlerweile drei Jahren sowieso, nachdem ihn seine Frau verlassen hatte. Er war also daran gewöhnt, seine Entscheidungen zum größten Teil selbst zu treffen.
Das Kreuzfahrtschiff, um welches es sich handelte, befuhr eine festgelegte Route im Mittelmeer. Diese Distanz stellte sich für den Kommissar gerade noch als tragbar heraus. Denn Jacke hatte schlechte Erfahrungen darin gesammelt, sein angestammtes sicheres Revier zu verlassen. Das hatte er während einer Flugreise vor einigen Jahren mit seiner Ex-Frau feststellen dürfen. Damals war er nicht nur unglücklich wegen des Fluges gewesen, sondern hatte während des gesamten Urlaubs kaum schlafen können. Komplette zwei Wochen lang fühlte er sich wie entwurzelt. Seinen Urlaub genoss er dadurch leider kaum. Vielleicht entwickelte es sich diesmal jedoch anders, deshalb entschied er sich, so offen wie möglich an die berufliche Reise heranzugehen. Die inneren Widerstände schob er rigoros beiseite, da er nicht zu viel darüber nachdenken wollte. Heute war er ein anderer: jedenfalls erfahrener und stärker, als damals zu Beginn seiner Ehe mit Karin. Im Stillen schmunzelte er. Mit allen Wassern gewaschen. Ja das passte! Jetzt konnten auch noch diverse Wasserqualitäten der Mittelmeerküste den Erfahrungsschatz bereichern. Jürgen reagierte natürlich mit einem gewissen Neid auf diese Möglichkeit, ausnahmsweise das heimische Terrain verlassen zu können. Eine Dienstreise ins Ausland – das war schon etwas Besonderes! Dennoch hatte er sich gerade frisch verliebt. So gab es seinerseits keine großartigen Beschwerden. Dementsprechend wünschte er seinem Chef viel Glück bei der Aufklärung des Mordes und einen schönen Aufenthalt – wohl ahnend, dass daraus höchstwahr-scheinlich nichts werden würde. Jacke dagegen versöhnte sich danach endgültig damit, auf große Fahrt zu gehen: Gegen ein paar nebenbei eingefangene Sonnenstrahlen und das gute Essen an Bord war schließlich ganz und gar nichts einzuwenden!

Hauptkommissar Jacke ging im Geiste noch einmal die wenigen Informationen durch, die gestern Nacht eingetroffen waren: Frau Miriam Grüner, 42 Jahre alt, ledig, wohnhaft in einem Vorort der Stadt, war am 6. Oktober in Marseille eingeschifft worden. Gemeinsam mit der Freundin: Frau Petra Janner, 45 Jahre alt, ebenfalls ledig, wohnhaft in Münster – wollte sie die Mittelmeer-Tour über sieben Tage und fünf Häfen absolvieren. Es sollte von Marseille aus nach Barcelona, Valencia, Tunis, Civitavecchia, Genua und dann erneut Richtung Marseille gehen ...

 

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