F I  K T I O N S             T E X T E R E I                      



Das Buch-Lädchen

 Leseprobe Liebesroman Teil 2

BESCHWINGT NACH AMORS Treffer, DOCH NICHT OHNE SPANNUNG

Diese Geschichte ist samt den in ihr verwendeten Namen frei erfunden

©Alle Rechte vorbehalten Sabine Heilmann 2017/19/20 und weiter

 

Inhaltsangabe:

1. Glückliche Bilder 2. Prozentuales Glück  3. Alles hat seinen Preis      4. Einfallsreich kommt weit  5. Partei hin, Wettbewerb her  6. BeZieh-ungsreichtum  7. Überraschung auf der Bühne  8. Stolperfallen           9. Dem Paar ein Hurra  10. Bereicherung der anderen Art  11. Ein denkwürdiges Ereignis 12. Überregionales Wirken  13. Glücksvermeh-rung  14. Not und Dornen  15. Läuterung 16. Vorführeffekte            17. Reisegewinn  18. Planungssorgen  19. Event hin?
20. Zweisamkeit und …  21. Ferienlager 22. Weitere Bürde  23. Bewe-gungslust 24. Amanda  25. Der Treueschwur 26. Amanda - zweiter Teil  27. Der Treueschwur - zweiter Teil


1. Glückliche Bilder
            

Ja, nun waren sie wirklich ein Paar. Seit einigen Wochen trafen sie sich regelmäßig und freuten sich jedes Mal ein wenig mehr übereinander. Tamara hätte es sich in ihren Träumen nicht schöner ausmalen können: die ersten gemeinsamen Essen im Restaurant, verbunden mit vielen lebendigen Gesprächen. Ebenso schlossen sich zahlreiche Konzert- und Theaterbesuche an. Dann schließlich bei Norbert zu Hause: Er nannte eine erstaunlich unmännlich eingerichtete Wohnung sein eigen. Das bevorzugte Material Holz kombinierte sich ausgewogen mit Glas und sogar Metall. Die Besucherin fand alles sehr geschmackvoll und keinesfalls zu überladen in den fünf mittelgroßen Zimmern gestaltet. Spärlich verteilt hingen einige Bilder an den durchweg weiß gestrichenen Wänden. Sie waren so platziert, dass sie den jeweiligen Raum dominierten. Tamara entdeckte eine der berühmten Wolkenkratzer-Szenen New Yorks, zusätzlich zu den Konterfeis von berühmten Schauspielern/-innen. Zuletzt traf sie auf eine üppig blühende, farbenfrohe Landschaft. Das Ölgemälde war ein Original in wunderschönem Goldrahmen gefasst und geerbt. So erklärte es der Freund Tam bei ihrem ersten Besuch. Zu jedem der Bilder gab es eine besondere Geschichte. Zum Beispiel hatte Norbert die Kunstfotografie aus New York direkt vor Ort in einer der kleineren Galerien nahe der Fith Avenue erworben, selbstredend für viel Geld. Er hielt sich vor einigen Jahren dort einen kompletten Nachmittag damit auf, dieses bestimmte Werk auszuwählen und sich mit etlichen Mitarbeitern samt Gästen zu
unterhalten, aufgemuntert von italienischen Espressi der Bar nebenan. Es war ihm derart wichtig gewesen, den passenden Wandschmuck für seine Wohnung zu finden, da er in der Fotografie eine heimliche Leidenschaft besaß. Tatsächlich gab er ihr erst in den letzten zwei Jahren nach und begann, sich ernsthafter mit seinem Steckenpferd zu beschäftigen. Demzufolge führte der Freund Tamara gleich bei ihrer ersten Besichtigung zu einer schmalen Tür in der Wand des großzügig angelegten Flures, die geöffnet eine geräumige Abstellkammer offenbarte. An der Seite hinter diversen Putzutensilien, unter einem Laken verborgen, fand sich eine Reihe von Bilderrahmen der unterschiedlichsten Größe gelagert. Tam hockte sich davor und klappte einen nach dem anderen langsam und vorsichtig um. Sie staunte, da sie sich grundverschiedenen Motiven gegenübersah: Einige der Darstellungen zeigten sich eher humorvoll, andere wiederum muteten geheimnisvoll bis sogar grotesk an. Alle übrigen gestalteten sich ansprechend harmonisch und schön fürs Auge. Insgesamt war die Besucherin sehr von ihnen angetan. „Du hast den falschen Beruf erwählt. Du kannst ja tolle Bilder machen! Sind die wirklich alle von Dir?“ Begeistert blickte sie Norbert an. Der wurde ein wenig verlegen ob des unerwarteten Gefühlssturms. Er bestätigte die Urheberschaft nur zu gerne. Insgeheim war er stolz auf seine Machwerke. „Hast Du schon einmal ausgestellt? Die sind es allesamt wert, glaub mir!“ „Nein. Du bist tatsächlich die Erste, der ich sie zeige. Ich bin ja nahezu stümperhafter Anfänger.“ „Das sieht man nicht, finde ich jedenfalls.“ Sie richtete sich auf und streichelte sanft seine Wange. Der Kuss, der
folgte, dehnte sich langsam aber beständig aus – über die beiden Liebenden hinaus in ein ‚erweitertes Verständnis‘ von Raum und Zeit. Es begann, eine leidenschaftliche Episode zu beschreiben, die sich zum Teil in luftiger Höhe durch die Wohnung bewegte, ähnlich eines Ausblicks auf Manhattan vom Empire State aus. Ebenfalls querte sie gerne und immer aufs Neue ein wogendes Kornfeld, um schließlich gleich einer Filmpremiere mitsamt rotem Teppich die gebührende Ehre zu gereichen.

...Wochen später gesellte sich das konkrete Ergebnis in Form eines übergroßen Fotos einer gewissen weiblichen Person zur Sammlung hinzu beziehungsweise an die Wand: Die Abgebildete, nur spärlich verhüllt, räkelt sich in schneeweißen Laken auf einer, extra zu diesem Zweck geliehenen Ottomane. Das Gesicht der Dargestellten ist auf besonderen Wunsch hin lediglich zu einem Drittel zu sehen und massiv mit Weichzeichner bearbeitet. Allein, wer sie gut kennt, ahnt ihre Identität. Beide Schöpfer schienen mit ihrem Werk außerordentlich zufrieden zu sein, sowohl was den Ausgangspunkt ihrer Schöpfung anging, der Akt, als auch das Erzielte betreffend. Tamara neigte versonnen den Kopf zur Seite, sich während der Betrachtung in Norberts Armen wiegend und sagte: „So muss sich eine Mutter fühlen, die ihr Kind anschaut.“ Einen Moment schwiegen sie und ließen den Satz in sich wirken. Dann bekräftigte Tam das Angesprochene abermals, aufkommende Rührung spürend. „Ja, es ist wirklich so: Wie ein Kind, welches ich bisher noch nicht gebären konnte.“ Sie drehte sich zu ihm um, unternahm dabei keinen Versuch, ihre Tränen zu unterdrücken. „Ich danke Dir für dieses einzigartige …, diese Möglichkeit.“ ... 

2. Prozentuales Glück

...In der Verwaltung mit der alltäglichen Aufgabenbewältigung begriffen, leuchtete Tamaras Gesicht nun strahlender denn je. Selbst ihre Busenfeindin Frau Notdorn konnte nicht umhin, zunehmend neidisch auf das vor kurzem gefundene Glück des Personalchefs Attenschwier und der neuen Verwaltungsmitarbeiterin Werbelov zu sein. Insgeheim war sie, gleich dem überwiegenden Anteil der weiblichen Belegschaftsangehörigen, dem schüchternen Charme und der enormen Attraktivität ihres Chefs schon lange erlegen. Dann ausgerechnet schaffte es die ehemals arbeitslose Frau Werbelov, sich der vordersten Position in der Schlange der Schmachtenden zu bemächtigen. Sie hatte das ungeheure Glück gehabt, natürlich nur durch Protektion eines Journalisten – in die Aura des berühmten Ehepaares Achtendorn zu gelangen. Sehr schlau nutzte sie es bei nächster Gelegenheit in der Firma zu ihrem Vorteil. Mit einigen anderen gleichgesinnten Damen in den Fluren tuschelnd stimmte man überein, dass diese Affäre kaum ohne jene erschlichene Pressekonferenz zustande gekommen wäre. Die unredliche Geschichte durfte sich nicht als nachhaltig erweisen, befand man einstimmig. Ein intelligenter Herr Attenschwier musste doch demnächst die nicht zu übersehenden Unzulänglichkeiten einer Werbelov klar erkennen! ...                                     


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